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Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg und ward zertreten; und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrte es darum, dass es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen auf und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gutes Land; und es ging auf und trug hundertfältig Frucht. Lukas 8.5

Als Mira zurück nach Wien gekommen war, wurde sie unmittelbar von Ihrer Arbeit in Beschlag genommen. Ein Projekt, das seit längerer Zeit behäbig vor sich hinbrodelte war nun akut geworden und forderte Miras gesammelte Aufmerksamkeit. Sie hatte vorerst keine Zeit, das an unserem gemeinsamen Wochenende begonnene Zukunftsbild weiter auszuarbeiten. Zum Glück lief Ihre Suche nach Indizien, denn die langsam eintrudelnden Rückmeldungen erinnerten Mira daran, dass Sie mit einem ganzen Berg Arbeit von Kärnten nach Wien zurückgekommen war.

Eine dieser Rückmeldungen hatte Mira ganz besondere Freude bereitet. Sie kam von einer Freundin, die sie schon lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. Diese schrieb

Liebe Mira!

Es freut mich, wieder von Dir zu hören. Seit Du aus Kiew weggegangen bist habe ich einige Male daran denken müssen, was aus Dir geworden ist. Nun, da Du mir dieses Mail geschrieben hast, kann ich Dir nur doppelt gratulieren. Schon während unseres gemeinsamen Studiums habe ich gewusst, dass Du ein ganz besonderer Mensch bist. Du hast Dich immer nach etwas Höherem umgesehen. Für mich hast Du das ja schon mit Deiner Entscheidung nach Westen zu gehen erreicht. Deine momentane Anstellung in dieser Firma finde ich großartig. Umso mehr freue ich mich zu hören, dass Du hier nicht halt machst und dabei bist, Dich noch weiterzuentwickeln. Wir hier in der Stelco haben es nicht so mit der Veränderung, obwohl sie uns zugegebenermaßen sehr gut tun würde. Es ist noch alles so, wie wir es bei unserem ersten gemeinsamen Praktikum erlebt haben.

In diese Zeit fällt auch meine erste Beobachtung:

Wir beschäftigten uns mit dem Zeiterfassungsprojekt. Unser Fertigstellungstermin rückte näher und im Backend funktionierte eine ganze Menge noch nicht so, wie es gewünscht war. An den einzelnen Terminals musste die Software aufgespielt werden. Gleichzeitig sollten wir aber auch noch die gewünschte Funktionalität fertig implementieren.

Ich erinnere mich, wie wenn es gestern gewesen wäre. Wir waren beim Kunden. Du bist zwischen den einzelnen Terminals hin- und hergewandert und hast die Software aufgespielt. Zu der Zeit war das einfach ein gigantischer physischer Aufwand, den Du betreiben musstest. Der Projektleiter der Kundenfirma war auch anwesend und schien ziemlich verzweifelt zu sein. Aber trotz dieser Belastungen, die wir alle tragen mussten, warst Du immer bester Laune.

Und dann habe ich beobachtet, wie Du, so ganz nebenbei, mit ihm ein Gespräch begonnen hast. Jetzt wo ich darüber nachdenke kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen, worüber Ihr gesprochen habt. Mir ist nur in Erinnerung geblieben, dass dieser Mann nach Eurem Gespräch irgendwie sehr hoffnungsvoll ausgesehen hat. Seine Sorgen waren aus seinem Gesicht verflogen. Und mehr noch, er hatte auch begonnen, eine positive Stimmung zu verbreiten.

Das ist die erste konkrete Beobachtung, die ich Dir geben kann. Auch wenn es noch so schlecht um dieses Projekt bestellt war, Du hieltst die Stimmung hoch und ließt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass es eine Terminverschiebung geben könnte. Der Wert, den Du für mich hinzugefügt hast war: Wenn es auch noch so knapp ist, wenn wir uns auf unsere Arbeit konzentrieren, dann werden wir es auch schaffen.


Als Mira dieses Mail erhielt war sie so glücklich, dass sie spontan ein Mail an mich sandte und sich bei mir für diese Aufgabe bedankte.

Ich lobte sie dafür, dass sie die Aufgabe ernst genommen hatte und wirklich meiner Aufforderung Folge geleistet hatte und gratulierte ihr zu diesem Ergebnis. Dann erinnerte ich sie noch an unser nächstes gemeinsames Fokusgruppentreffen und forderte sie auf, mit ihren in Kärnten begonnenen Aufgaben fortzufahren.

Mira hatte nun wieder Energie gefunden und konnte jetzt auch in Wien weiter an ihren Vorbereitungen werken. Sie wusste, was zu tun war und fühlte sich wohl dabei. Als wir uns dann im Fokusgruppentreffen telefonisch trafen, sprühte sie nur so vor Energie und Ideen. Das wiederum machte auch den anderen Teilnehmern an der Telefonkonferenz Mut, mit ihren eigenen Agenden fortzufahren.

Im Nu waren zwei Monate vergangen und Mira war gemeinsam mit den anderen Teilnehmern des Jahrgangs am Seminarort in Zürich zum zweiten Block des Versprechens eingetroffen. Alle warteten gespannt darauf, wie sie ihre nun sprudelnde Energie in Sinn stiftende, ertragreiche geschäftliche Betätigungen umsetzen würden können.