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Für den letzten Block hatte ich mir dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Wir waren wieder in Wien, an einem besonderen Ort, der die Interaktionen zwischen Kunst und Wirtschaft thematisiert, dem Forum Mozartplatz1. Diese Räumlichkeiten bieten Wirtschaftstreibenden aus unterschiedlichen Branchen, die häufig auch unterschiedlich an Problemlösungen herangehen, einen Raum der Begegnung, und wollen einen Anstoß für Innovationen und neue Entwicklungen geben.

Das Thema der Veranstaltung war die Würdigung des vergangenen Jahres. Ich hatte ein Flipchart vorbereitet, auf dem die Fragen zusammengefasst waren, die jeder für sich beantworten sollte. Johannes, Christine, Stefan, Margot, Bianca, Dietmar, Anna und Mira bekamen Kärtchen ausgeteilt, auf denen sie einzelne Beobachtungen und Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr sammeln sollten.

»Bitte macht euch auf den Kärtchen Notizen zu den Fragen auf diesem Flipchart. Verwendet pro Beobachtung eine Karte. Findet so viele Beobachtungen wie möglich heraus. Denkt daran, alles zählt. Vor allem auch Dinge, die nicht funktioniert haben, die euch eurem Ziel nicht näher gebracht haben. Ihr braucht neben den positiven Ergebnissen auch diese, um die Weichen für die Zukunft stellen zu können, und zu entscheiden, wie es weiter gehen soll.«

Ich machte ein kurze Pause, schaute in die Runde. Als ich keine fragenden Gesichter entdecken konnte, schloss ich die Aufgabenstellung mit einer zeitlichen Begrenzung ab.

»Für diese Aufgabe stehen euch 20 Minuten zur Verfügung.«

»Ob das reichen wird?«, fragte Dietmar sehr zur Belustigung der Belegschaft.

»Du kannst ja noch die Mittagspause verwenden, um den Rest zu vervollständigen«, gab ich grinsend zurück.

Es gab noch einige fröhliche Bemerkungen, bis auch der letzte Teilnehmer ein angenehmes Plätzchen in der Umgebung gefunden hatte und mit der Ausführung des Auftrags begonnen hatte.

Aus Erfahrung wusste ich, dass ein Jahr ein großer Zeitraum ist und dass da viel unter den Tisch fällt, weil der Kopf voll ist mit den aktuellen Geschehnissen. Um aber in eine sinnvolle Schleife zu gehen, sehe ich es als unabdingbar an, zuerst die Ergebnisse zu evaluieren, bevor mit neuen Schritten begonnen wird.

Bei einem ruhigen Gang durch die Reihen vergewisserte ich mich noch einmal, ob die Aufgabe alle beschäftigte. Schließlich kramte ich meine eigenen Aufzeichnungen heraus. Im Laufe der Zeit hatte sich da einiges an Informationen angesammelt. Ich begann damit, für jeden Teilnehmer eine Zusammenfassung von dem zu machen, was ich in den letzten 12 Monaten beobachten konnte. Und das war einiges. Viele Fortschritte konnte ich als Beobachter aus der Distanz vermutlich viel eindeutiger feststellen als die Betroffenen selbst. Ein wesentlicher Grund, warum Coaching immer hilfreich bleiben wird.

Nach 20 Minuten waren noch alle mit Schreiben beschäftigt. Also wartete ich weiter zu. Als nach beinahe 40 Minuten jeder seinen Stift zur Seite gelegt hatte, begann ich mit der Auswertung.

Flipchart Würdigung der Jahresergebnisse

Flipchart Würdigung der Jahresergebnisse

»Der Alltag flitzt an uns vorbei. An jedem einzelnen Tag gibt es so viele Dinge, die unser harren, verrichtet zu werden. Heute ist der Tag, an dem wir unsere Ergebnisse würdigen.

Wir gehen dabei so vor, dass reihum jeder einzelne von euch mit einem Punkt drankommt. Wir machen das so lange, bis jeder von euch alle seine Punkte durch hat. Bitte beginnt mit den großen Punkten und reiht die kleineren hinten an.

Ich habe das ganze Jahr über Aufzeichnungen erstellt und werde diese ergänzend einbringen.

Ok, das wär’s. Wer will beginnen?«

Margot meldete sich als erste.

»Das größte Ergebnis, das ich dieses Jahr erbracht habe, war die erfolgreiche Vermarktung der Ausstellung unseres Büros. Wir haben vor dem Sommer darüber gesprochen. Unsere Firma hat einige Projekte gezeigt, die besonders das Thema Energie, im weiteren Sinne niedrige Betriebskosten, hervorstrichen.

Nachdem ich mich ja sehr gut mit dem Thema auskenne, habe ich begonnen einen Artikel darüber zu schreiben. Ich bat in weiterer Folge meine Kollegen, mir bei der Überarbeitung zu helfen. Wie sich herausstellte, brauchte ich gar nichts zu ändern. Die Kollegen bestätigten nur, was ich ihnen zum Lesen vorlegte.

Als ich diese Bestätigung in der Tasche hatte, bereitete ich noch ein komplettes PR-Paket vor und nahm schließlich Kontakt mit einigen lokalen Tageszeitungen auf. Das Echo war anfangs eher bescheiden. Als ich dann aber meine Strategie änderte und begann die Redakteure anzusprechen anstatt der Sekretärinnen, stieß ich bald auf Ohren, die hören wollten.

Wir bekamen drei Artikel, einen davon sogar in einer Wochenendbeilage. Daneben konnten wir unsere Ausstellung, da wir keinen Eintritt verlangten, gratis in den Veranstaltungskalendern der Zeitungen eintragen.

Das Ergebnis war sensationell. Bei der Eröffnung zählten wir sage und schreibe 40 Teilnehmer. Das ist sehr viel. Normalerweise kommen zu unseren Ausstellungen 10 Personen. Das ist gewaltig.

Aber das Beste daran war für mich, dass ich es selbst gemacht habe. So konnte ich diesen Abend auch zu einem großen Teil als meinen persönlichen Erfolg verbuchen.«

Margot bekam spontan Applaus.

»Ok. Danke Margot. Was war für dich dabei die Herausforderung?«

»Mhm, die größte Herausforderung… waren zwei Punkte. Zuerst einmal dachte ich, dass das nur eine professionelle Agentur in die Hand nehmen könnte, um es zu einem Erfolg werden zu lassen. Da wir aber mit den Zahlen in diesem Jahr nicht so gut dastehen, haben wir beschlossen es selbst zu machen. Mein Chef wusste ja, dass ich dieses Seminar bei dir besuche. Er bezahlt ja die Rechnung.«

»Richtig. Und der zweite Punkt?«

»Das war das Schreiben. Ich hatte riesigen Respekt vor jedem, der den Mut hat, einen Artikel zu schreiben. Ich konnte mir sowieso nicht vorstellen, dass ein Nicht-Journalist so etwas machen könnte. Aber es war möglich. Und im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, es war sogar sehr einfach. Ich habe einfach dein Rezept befolgt, ein wenig herum gebastelt und es ist etwas Schönes dabei herausgekommen.«

»Schön. Wie hast du es dann letztlich gemacht?«

»Ich habe mir die beste Tageszeit dafür ausgesucht, das ist bei mir der Abend, wenn ich nicht von Telefonen und Kindern gestört werden kann. Ich habe mich einfach mit einem Blatt Papier an den Wohnzimmertisch gesetzt und eine grobe Gliederung erstellt. Nachdem ich die hatte, sind mir sofort etliche Unterpunkte eingefallen. Ich habe Notizen dazu gemacht. Als ich dann merkte, dass es immer mehr wurden, habe ich sofort meinen Laptop geholt und eine erste Fassung in einem Wurf in die Kiste getippt.«

»Wow, klingt nach guter Energie«, gab Bianca Zeichen der Bewunderung von sich.

»Ja, das war schon ziemlich Ok.«

»Ich hab den Artikel dann zwar beinahe zwei Wochen liegen gelassen, teilweise weil wir in der Arbeit sehr viel zu tun hatten, teilweise aber auch, weil mir der Mut fehlte, das Werk meinen Kollegen zu zeigen. Aber nach zwei Wochen hielten wir ein Meeting die Ausstellung betreffend ab, und da habe ich dann für jeden ein Exemplar bereit gehalten, mit der Bitte da hineinzulesen.«

»So einfach.«

»Ich weiß.«

»Ok, Danke Margot!«

Anerkennende Blicke aus allen Richtungen.

»Weiter geht’s mit Stefan.«

»Mhm, ja.

Also, ähm, mein größter Erfolg in diesem Jahr war, oder ist, dass ich es geschafft habe zwei neue große Kunden zu bekommen.«

»Wie ist das vor sich gegangen?«

»Richtig, wie. Also mein Problem war, dass ich, ähnlich wie Christine, keine ausgereifte Produkthierarchie, geschweige denn Planzahlen für dieses Jahr zusammengestellt hatte. Ich mache das ja jedes Jahr mehr aus der Hüfte. Der Grund ist, wie ihr alle wisst, dass ich einen großen Kunden habe. Mit dem Umsatz, den ich in Projekten mit diesem Kunden mache, komme ich an und für sich gut zurecht. Das einzige, was mich ziemlich zu nerven begonnen hat, war das ewige Herumgerede um den Preis. Das war ja auch der Grund, warum ich bei diesem Programm teilnehmen wollte.

Immerhin habe ich in den letzten Jahren bei meinem Preis eine Reduktion von insgesamt 18 Prozent vornehmen müssen. Gut, auf der anderen Seite habe ich sehr viele Stunden für meinen Kunden machen können. Aber viele Stunden bedeuteten auch, immer mehr Arbeit.

Na, egal. Ich bin nicht so der große Redner, und mich vor ein leeres Blatt zu setzen, dass ich da Content generiere – nein, das werdet ihr in hundert Jahren nicht sehen. Aber ich konnte der Sache mit der interaktiven akustischen Visitenkarte sehr viel abgewinnen. Geübt haben wir sie zum Glück ja schon im Seminar in der Schweiz. Das war vielleicht cool. Aber jetzt schweife ich vom Thema ab.

Also jedenfalls habe ich danach alle Gespräche aufmerksam verfolgt und bin draufgekommen, wie sie für mich am besten funktionieren werden. Ich habe meine Adressen auf Vordermann gebracht und bin mit einigen Kollegen aus der Vergangenheit wieder auf ein Bierchen gegangen. In den Gesprächen konnten wir bald Möglichkeiten finden, wie sie mich vermitteln könnten, ja und so, irgendwie, mit viel Geduld, ja, das haben wir auch gelernt, ich meine, es war ja für mich fast wie ein Spiel, weil ich ohnehin meinen Kunden habe, richtig? Ja, so ging’s dann immer mehr ans Eingemachte.«

Stefan grinste jetzt von einem Ohr zum anderen.

»Das ist lustig, ich habe eigentlich gar nichts gemacht. Na jedenfalls, jetzt habe ich zwei neue Kunden. Die Aufträge sind klein, aber wenn ich jetzt am Mittwoch nächste Woche zu den Verhandlungen für das nächste Jahr mit meinem Hauptkunden gehe, habe ich eine vollkommen andere Ausgangsposition. Ich kann Nein sagen, weil ich inzwischen auch andere Termine in meinem Kalender habe.«

»Beeindruckend. Danke Stefan. Wie bist du draufgekommen, dass deine interaktive akustische Visitenkarte funktioniert?«

»Ähm, Augenblick. Das war schon ganz früh. Ich bin, gleich nachdem ich von Zürich wieder nach München zurück bin, auf eine Party eingeladen worden. Da habe ich mir vorgenommen, aktiv dieses Modell auszuprobieren. Und irgendwie hatte ich schon beim dritten oder vierten Ansatz den Dreh heraußen. Für mich ist es wichtig, dass ich meine Art zu sprechen, du weißt schon, die vielen Nebensätze und Ähms und all den Schrott, der da zwischen dem Content aus meinem Mund heraus strömt, bewusst zuzulassen. Ich hatte nämlich zuerst probiert, die Statements, die wir hier am Seminar einstudiert hatten zum besten zu geben, aber das war zu steif. Da kam ich als Typ nicht wirklich drüber.«

»Von wegen individuelle Note. Super Stefan!

Ihr wisst es, aber das ist wieder ein geeigneter Augenblick, es noch einmal zu betonen. Wir machen hier Annäherungen an ein Thema, dass ihr ganz individuell, mit einer großen Note Persönlichkeit lösen müsst. Die Rezepte bilden die Basis, die Würze kommt von euch. Und die erfordert Interaktion, Interaktion und noch einmal Interaktion.

Wolltest du noch etwas mit uns teilen, Stefan?«

»Was, wie, ähm, zu diesem Punkt. Ähm, nein.«

»Danke Stefan!«

Stefan ist ein ganz ein eigenartiger Kauz. Er hat es einfach drauf, mit seiner etwas verwirrten Art dafür zu sorgen, dass die Leute ihn mochten. Alle lachten und schauten bewundernd zu ihm hinüber.

»Christine, darf ich bitten?«

»Ja, sehr gerne.

Meine größte Errungenschaft in diesem Jahr besteht darin, dass ich jetzt die Bestätigung habe, meine Betätigung endlich etwas mehr durch die Business-Brille betrachten zu können.«

»Aha, woher und wie?«

»Das hat mir die Arbeit gegeben, wie wir gemeinsam meine Produkthierarchie aufgezogen haben.«

Es entstand eine etwas längere Pause. Wir warteten.

»Als ich diesen Zettel fertig hatte, dachte ich immer nur, was für eine berechnende Zusammenstellung ist das nur. Ich meine, ich konnte nicht damit umgehen. Für mich waren da meine lieben Kunden, die mir wirklich sehr am Herzen liegen, dann dieses strategische Papier, bei dem unter dem Strich ja eindeutig herauskommt, dass meine Stunden teurer werden müssen. Ich weiß, dass sich das viele meiner Kunden nicht leisten können würden.

Aber dann habe ich begonnen, einmal die Warte meiner Kunden einzunehmen. Genauer genommen, hat das mein Mann für mich gemacht. Ich habe ihn gebeten, dass wir uns dieses Papier einmal gemeinsam anschauen. Und zu meiner Überraschung sah er es umgekehrt. Er sagte, ich hätte jetzt eine Möglichkeit geschaffen, wie jene Menschen, für die bis zu jenem Zeitpunkt schon die Stunde zu teuer war, durch die Offene Gesangsstunde ein besseres Angebot geliefert zu bekommen.

Er hat ziemlich viel von deiner Argumentation wiedergegeben und das hat mich letztlich auch überzeugt.«

»Warst du nach diesem Gespräch mit deinem Mann überzeugt, dass das Modell für deine Zukunft tauglich sein würde?«

»Nein, nicht direkt danach. Aber durch dieses Gespräch wagte ich mich daran, zu meinen Kunden hinaus zu gehen. Und ich habe daneben noch einige Gespräche mit Freundinnen geführt, die diese Vorgehensweise in Summe gesehen sehr positive aufgenommen haben. Ich meine, mir war es ja sehr wichtig, dass ich meine Kunden nicht verletze. Denn was hätte ich davon, wenn ich sie mit meinem Angebot vor den Kopf stoßen würde?«

»Natürlich, davon hast du nichts, du könntest sogar Kunden verlieren.«

»Oh, Michael, jetzt hätte ich aber beinahe noch vergessen zu erwähnen, dass wir sehr ausführlich meine Präsentation vorbereitet haben.«

»Soweit ich weiß, hättest du sie aber gar nicht machen müssen, weil du alles schon vorab am Telefon erledigt hast.«

Christine lachte ein wenig verlegen.

»Ja, stimmt schon.«

»Oh, das macht gar nichts. Du hast dein Ziel erreicht und du hast dir den Weg ausgesucht, der dir am besten dafür geeignet erschien. Das ist das allerwichtigste. In diesem Fall war das dein Weg und das, was ich in den allgemeinen Sitzungen als Beispiel für dich hergenommen habe ein Weg.«

»Richtig. Richtig.«

»Eines hast du jedenfalls bestens gelernt.«

»Was meinst du?« fragte Christine unschuldig.

»Uns auf die Folter zu spannen.« Ich musste lachen und alle anderen auch.

»Wie sieht denn dein Ergebnis für dieses Semester aus?«

»Oh, das meinst du!« Jetzt lachte Christine mit.

»Es ist gut gelaufen. Ich meine, die Präsentation war ja wirklich der Hammer. Ich wusste ja schon aus meinen vorab geführten Zweiergesprächen, wie sich meine Kunden entschieden hatten. Darum genoss ich es, wie jedes Mal, wenn ich vor Publikum stehe, meine Informationen von der Bühne her vortragen zu können.«

»Der ganze Abend war einfach hinreißend«, fiel Anna ein. Sie hatte sich kurzfristig dazu entschlossen, auch bei Christines Präsentation anwesend zu sein und schwärmte seither von dem Esprit, den Christine an diesem Abend versprüht hatte. Für sie war es unvorstellbar, soviel Energie in eine Sache legen zu können, was mich nicht weiter verwunderte. War sie als Coach doch Meisterin des Zweiersettings.

»Und die gute Nachricht ist, dass ich dieses Modell bereits in diesem Semester umsetzen kann. Wir sind vorerst eine kleine Klasse. Aber wir sind gestartet. Und im Theater gibt es einen Spruch. Das wichtigste ist, dass gespielt wird. Denn dann können Zuschauer kommen.«

»Ok. Danke Christine!«

Alle applaudierten und Christine lachte fröhlich.

»Nächster Kandidat ist Johannes.«

»Sehr schön!« Johannes grinste in dir Runde. Er ist Mr. Cool, ein Graphiker, wie er im Buche steht.

»Mein größtes Problem zu Anfang dieses Jahres bestand darin, dass es allein in meinem Bundesland knapp tausend Graphiker gibt, die ähnlich aufgestellt sind, wie ich es war. Im Laufe der Zeit begannen die Übungen und Aufgaben, die wir hier gemeinsam gemacht haben zu greifen und ich bin stolz darauf, dass ich nach nur einem Jahr einige ausgeprägte Alleinstellungsmerkmale entwickelt und inzwischen auch verkauft habe.«

Johannes grinste noch immer.

»Ja Leute, obwohl sich bis in den Herbst hinein nichts getan hat, und ich schon ein wenig am Zweifeln war, ob ich das richtige tue, kann ich heute einen aktuellen Buchungsstand von 80 Prozent meiner verfügbaren Kapazität berichten.«

Allgemeines Staunen im Raum.

»Ich könnte auch 120 Prozent meiner Zeit arbeiten. Aber da ich meine Hobbies nicht verkommen lassen will und mich nebenher sukzessive weiter am Markt positionieren will, ist das das oberste Limit für mich.«

»Ein beachtlicher Erfolg. Wie bist du dazu gekommen? Für dich war das dein erstes Jahr in der Selbstständigkeit.«

»Richtig. In meinen Augen waren es zwei Punkte, die den Ausschlag dafür gaben, dass ich in so kurzer Zeit am Markt reüssieren konnte.

Ich kann ganz gut schreiben. Zwar habe ich es als Graphiker nie als meine Aufgabe angesehen, irgendwelche Artikel zu verfassen. Aber nach einem richtungweisenden Gespräch mit dir, wurde mir klar, dass es am Markt doch einen nicht unerheblichen Bedarf an graphischen Dienstleistungen gab. Der Tipp mit der Web Accessibility Initiative1 war dann wirklich dasjenige, wo ich hier am Markt etwas finden konnte, das mich zumindest in einem relativ überschaubaren Mitbewerb positionierte. Mich infolge von dem begrenzten lokalen Markt in einen internationalen hineinzuwagen, war dann die zweite Aktion, die mir wirklich den Durchbruch verschaffte.«

»Das klingt, als sei alles im Autopiloten vor sich gegangen. Hast du keine Probleme zu überwinden gehabt?«

»Ha ha. Das kommt gut! Vielleicht klingt es jetzt einfach, aber ich garantiere euch, wenn ihr jeden zweiten Tag einen Weblogeintrag erstellt, der etwas hergibt, und das über einen Zeitraum von fünf Monaten, ohne dass es nennenswerte Kommentare zu den Einträgen gibt, dann könnt ihr euch vorstellen, wie mir zumute war. Ich dachte einen vollen Monat lang selbst nicht richtig an meine Strategie. Ich schrieb und niemand las.«

»Wie bist du damit fertig geworden?«

»Mhm, wie fertig geworden? Gute Frage.«

Johannes dachte nach. Er war einer jener Menschen, bei denen immer alles so leicht aussah. Wenn man ihn nach Problemen fragte, dann wurde er erst einmal still und musste stärker nachdenken. Sobald er seine Ziele erreicht hatte, vergaß er alle Unannehmlichkeiten, die er am Weg dorthin gemeistert hatte.

»Also zum einen habe ich in der Zeit vermehrt dein Angebot genutzt und mit dir telefoniert. Deine positive Denke und die aufmunternden Worte haben mir schon weiter geholfen. Aber das war es nicht ganz… Moment!

Es waren die Kontakte, die ich dann wieder zu bearbeiten begann. Ich hatte eine Quasi-Partnerschaft mit einem Programmierer geschlossen, der in einer ähnlichen Situation war, wie ich. Wir kannten uns von einer Stelle vor einigen Jahren. Ich konnte ihm schon nach zwei Monaten eine Empfehlung vermitteln, bei der für ihn ein gutes Geschäft heraussprang. Mit ihm habe ich viel Zeit per Mail verbracht. Er las dann auch meine Weblogs und mit der Zeit kamen dann andere Menschen aus seinem Umkreis, die er auf meine Seite weitergeleitet hatte.«

»Ok, klingt gut. Teilen macht mehr daraus.«

»So in etwa, ja.«

»Gratuliere Johannes!«

»Bianca. Was ist dein herausragendstes Ergebnis?«

Bianca war wie immer bestens gekleidet. Sie saß aufrecht, beinahe ein wenig streng, in ihrem Stuhl als sie mit ihren Ausführungen begann.

»Leider kann ich nicht mit diesen tollen Ergebnissen mithalten. Aber auf meine Art kann ich auch mit einem großen Ergebnis aufwarten.«

»Wir sind schon ganz gespannt.«

»Man hat mir die Technikermentalität antrainiert. Ich bin jetzt schon seit über zehn Jahren in ein und derselben Firma. Das Team, dessen Leiterin ich bin, ist seit neun Jahren das gleiche. Wir haben in unserem Unternehmen die undankbare Aufgabe, unseren Beratern alles zu richten, Fachwort Backoffice. Bisher sind wir auf dem Dampfer der Wahrheit und Tugendhaftigkeit unterwegs gewesen, in der Hoffnung, dass sich für uns etwas zum Besseren wenden wird. Wie ihr euch vorstellen könnt, ohne Erfolg.

Im Laufe dieses Jahres habe ich dann begonnen, meine Stelle im speziellen, aber nach und nach auch unser gesamtes Team zu reorganisieren und neu auszurichten. Ich habe mir selbst einen Managertitel verpasst, mich, oder eine Stellvertretung in wichtige Meetings hinein reklamiert, und auf diese Weise einiges zum Besseren wenden können.

Das herausragende Ergebnis aber ist, dass es langsam aber sicher auch von Beraterseite wahrgenommen wird. Wir bekommen positives Feedback von der anderen Seite und die klassischen Abputzaktionen werden immer weniger.«

»Klingt gut. Wie hast du das gemacht, Bianca?«

»Es hat gleich bei unserem ersten Treffen angefangen, als du mir nahegelegt hast, mir zu überlegen, welchen Beitrag ich bereit wäre zu leisten. Mir hat diese Übung deshalb so gut gefallen, weil ich sehen konnte, dass ich ein Leben lebte, das ich so überhaupt nicht haben wollte.

Und als ich mir dann ausmalte, was mich wirklich reizen würde und ich damit begann, diese Vorstellungen auch wirklich alle niederzuschreiben, da fühlte ich mich danach schon wesentlich besser.

Den persönlichen Durchbruch hatte ich dann bei den Fragestellungen zum Ökosystem meines Kunden, also meines Chefs. Ich habe da so richtig zu verstehen begonnen, in welch komplexer, wechselseitiger Abhängigkeit wir uns im Büro ständig befinden. Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch schon unsere Backofficemeetings institutionalisiert. Die haben sicher auch viel dazu beigetragen, dass sich bei uns so viel bewegt hat. Ich habe einfach deine Frage genommen und sie meinen Kolleginnen gestellt. Und auch den meisten von ihnen haben die sehr geholfen.«

»Oh, das ist aber schön. Du bist also her gegangen und hast Meetings organisiert. Habt ihr das vorher auch gemacht?«

»Nein.«

»Ok, das könnte von Bedeutung sein. Die Wende sagtest du, die habt ihr im Team vollbracht und du, Bianca, bist voran marschiert?«

»So könnte man es sehen. Jedenfalls sind meine Chefs jetzt sehr froh und ab Jänner nächsten Jahres bekomme ich eine Gehaltserhöhung. Wenn’s wahr ist.«

»Ok. Das ist doch sehr positiv.«

»Ja, nicht. Aber ich musste selbst um die Gehaltserhöhung bitten.«

»Gut so!« Wir mussten lachen. Bianca schaffte es auf eine sehr interessante Art, ihr Gegenüber zu vereinnahmen. Irgendwie schaffte sie es immer, verletzlich dazustehen und unbewusst an den Helferinstinkt ihres Gegenübers zu appellieren. Aber es funktionierte und sie war dabei 100 Prozent Bianca.

»Noch etwas?«

»Nein, das wäre mein erster Punkt gewesen.«

»Von wegen nicht toll«, kommentierte Dietmar.

»Dietmar, du bist auch gleich der nächste.«

»Ah, ja. Meine interessanteste Beobachtung für dieses Jahr. Ich gebe zu, ich war sehr skeptisch, ob du dein Versprechen wirst einhalten können.«

»Welches Versprechen?«

»Dein Versprechen, dass ich mit weniger Arbeit mehr Einkommen generieren könnte. Ich bin schon immer ein fleißiger Mensch gewesen, und das hat es mir ermöglicht, in meinem Leben einiges zu erreichen. Ein Grundgesetz von mir lautet, wer hart arbeitet, der bekommt auch seinen gerechten Lohn.

Du kannst es nur meiner Verzweiflung zurechnen, dass ich mich, nachdem ich mit dir gesprochen hatte, dazu entschieden habe, bei diesem Seminar teilzunehmen. Du bist oft sehr optimistisch in deinen Aussagen. Das hat mich am Anfang eher abgestoßen als angezogen.«

»Oh, verstehe. Danke für dieses Feedback.«

»Aber inzwischen verstehe ich dich gut. Zurück zu meiner Beobachtung. Dieses Jahr war das erste Jahr seit 13 Jahren, in dem ich zwei echte Wochen Urlaub gemacht habe. Durchgehend. Das war für mich seit ich selbständig bin ein Ding der Unmöglichkeit. Heute kann ich gar nicht sagen, wieso ich das nicht schon früher gemacht habe.«

»Hattest du es früher schon einmal mit Urlaub versucht?«

»Ja, sicher. Ich erinnere mich gut daran. In den ersten zwei Jahren meiner Selbständigkeit hatte ich so wenig zu tun, dass ich mich dazu entschloss, einige Wochen im Jahr auf Wanderschaft zu gehen. Mit nichts im Rucksack, als einem Wecken Brot, einer Seite Speck und etwas Käse, da ich auch kaum Geld hatte.

Und das hat gut funktioniert. Ich war in den Bergen unterwegs, hatte Zeit, ließ die Seele baumeln und erlebte allerhand Abenteuer.

Dann, als es mit der Firma so richtig los ging, hatte ich genügend Energie. Ich war ausgeruht von meinen weiten Wanderungen, hatte eine perfekte Figur mit Optimalgewicht. Da fiel es mir eine Zeit lang gar nicht auf, dass ich nur noch arbeitete. Erst nach vier oder fünf Jahren fragte mich meine Frau, ob ich denn wüsste, was das Wort Urlaub bedeutete. Es war für sie schon zur Gewohnheit geworden, mit den Kindern alleine in die Ferien zu fahren.

»Und dann hast du es also doch geschafft. Wie hast du es denn angestellt, diesen Urlaub wirklich durchzuziehen?«

Alle lachten.

»Das ist gar nicht so komisch, Freunde!«

»Lass sie nur, irgendwie haben sie auch recht.«

Auch Dietmar musste lachen.

»Zuerst einmal habe ich das getan, was meine Frau mir schon seit Jahren vorhielt. Ich habe mir eine Assistentin genommen. Das war im April letzten Jahres. Nachdem wir uns gut kennengelernt hatten – die besondere Herausforderung war, dass sie auch mit meiner Frau gut zurecht kommen sollte, da ich mein Büro zu Hause habe – sind wir darangegangen, alle Aufgaben, die ich normalerweise während eines Tages, einer Woche und eines Monats mache zu taxieren und zu entscheiden, ob das etwas wäre, das ich delegieren konnte oder ob es etwas wäre, das ich selbst machen müsste, weil es meinen eigenen Wertschöpfungprozess betraf. Das hat ganze drei Monate gedauert, aber bereits im August hatten wir unsere Schnittstellen sauber. Für mich war das der Probemonat Nummer zwei. Als dann im August alles zur vollsten Zufriedenheit von mir und meiner Frau lief, buchte ich spontan die ersten beiden Septemberwochen auf Kreta.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für eine Freude für die ganze Familie war. Ich habe zwar eine ganze Woche gebraucht, um endlich voll in den Urlaub einzusteigen, aber die zweite Woche war der absolute Hammer.

Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt schon eine Hütte für die Weihnachtsferien gebucht habe.«

Dietmar strahlte über das ganze Gesicht. Er wirkte fast ein wenig wie ein glückliches Kind, das sich auf den Weihnachtsmann freute.

»Welche Auswirkungen hat die gesamte Angelegenheit auf dein Unternehmen«, fragte Johannes.

»Och, ich verdiene jetzt unter’m Strich um 30 Prozent weniger, aber das ist erst der Anfang. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Ideen ich im Urlaub bekommen habe. Ich war immer viel zu sehr mit Arbeiten beschäftigt und sehe jetzt, wie wertvoll es ist, wenn man manchmal Abstand gewinnt, um die Lage neu einzuschätzen.«

Wieder lachten alle.

»Ok, danke Dietmar. Du scheinst mir in diesem Jahr ein wenig infiziert worden zu sein.«

»Ja, das ist gut möglich.«

»So ist’s recht. Kommen wir zu dir, Anna.«

»Ja, gerne. Mein größtes Ergebnis für dieses Jahr sind zwei Kunden, die ich mir aus eigener Kraft geangelt habe.«

»Ok, was war für dich dabei die Herausforderung?«

»Oh, das waren einige Punkte. Zuerst einmal die komplette Analyse und Zusammenstellung meiner Marketingunterlagen. Das hat mich ziemlich viel Zeit gekostet, weil ich immer davon ausgegangen bin, dass ich das gar nicht brauchen werde. Irgendwie hatte ich eine innerliche Abneigung diesem Thema gegenüber.«

»Hast du die heute auch noch?«

»Komisch, jetzt wo du mich fragst kann ich eigentlich nur mit nein antworten. Ich habe einen Weg gefunden, wie ich diese Arbeit kreativ erledigen kann. Es ist fast so, dass ich jetzt süchtig bin danach zu schreiben. Ich habe mir in der Zwischenzeit eine Homepage zugelegt, alle Marketingunterlagen in mehreren Varianten beschrieben und bin dabei Unterlagen für ein Buch über das Thema Frauencoaching zu sammeln.

Mir hilft das sehr, mich mit meinen Themen auseinanderzusetzen. Ich bin draufgekommen, dass ich durch das Schreiben viel tiefer in die Materie eindringen kann, als wenn ich nur Zeitschriften und Bücher zu dem Thema lese. Es ist sogar ein Artikel, den ich letzte Woche verfasst habe von einer Online-Zeitung herausgegeben worden. Wenn ihr wollt, sende ich euch am Abend den Link dazu.«

»Auf jeden Fall Anna, mach das bitte.«

»Ja, und so denke ich auch, dass diese ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Coaching dazu geführt hat, dass ich meine Kundengespräche so locker und kompetent führen konnte. Beide sind Frauen und beide passen perfekt in das Bild meines optimalen Kunden.«

»So soll es sein. Du hast früher von einigen Punkten gesprochen. Was war noch eine Herausforderung für dich?«

»Ach ja. Als ich mit diesem Seminar begann, war ich arbeitslos. Und ich habe diese Arbeitslosigkeit einige Zeit genutzt, um mich einfach einmal von meinem früheren Job auszuschlafen. Als ich dann beschlossen hatte, mich selbständig zu machen, war ich in einen gemütlichen Alltagstrott verfallen. Da ich keine Familie habe, schlief ich morgens länger, bin anschließend in Ruhe mit diversen Freundinnen auf einen Kaffee gegangen und habe auch sonst dem Herrgott einen guten Tag sein gelassen.

Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass meine Tage keinen Drive haben und nach kurzer Überlegung bin ich auch schnell dahinter gekommen, was fehlte.«

»Was war das?«

»Es fehlte Ordnung, ein Rhythmus. Den habe ich mir dann zugelegt. Und ich denke, das war dann auch der Punkt, von dem aus sich alles rasant zum Besseren wendete.«

»Ok. Woran hast du merken können, was es war?«

»Ich war richtungslos. Die Tage vergingen, ohne dass nennenswerte Ergebnisse am Tisch landeten. Wenn wir unser Seminar hatten, dann ging immer so viel weiter. Und wenn ich schließlich zu Hause war, dann zog sich immer alles hinaus bis zum letzten Augenblick.«

»Verstehe. Wie laufen deine Tage jetzt?«

»Oh, jetzt stehe ich zeitig auf und setze mich zuerst einmal zum Computer. Ich schreibe circa zwei Stunden. Zwischendurch mache ich mir einen Kaffee und esse nebenher einen Happen. Danach kommt die Telefoneinheit. Ich telefoniere mich durch mein Adressbuch, surfe ein wenig im Internet und versorge den Haushalt. Am Nachmittag ist dann Kundenzeit. Meistens treffe ich mich in irgendwelchen Kaffeehäusern. Auf dem Weg nach Hause erledige ich die Einkäufe und andere organisatorische Angelegenheiten. Die Tage sind für mein Verständnis gut durchorganisiert.«

»Klingt gut. Wie geht es dir dabei?«

»Sehr gut!«

»Schön. Anna!«

Wieder applaudierten die Zuhörer. Zu guter Letzt interviewte ich noch Mira.

»Mira, was war denn deine größte Sache im letzten Jahr?«

»Meine größte Sache entpuppte sich gleichzeitig als meine größte zukünftige Herausforderung.«

»Wie das?«

»Also es begann alles wie in einem Bilderbuch. Ich meldete mich bei vier verwandten Open Source Projekten auf die Mailingliste an. Ich engagierte mich in zweien dieser Projekte, leistete einen Beitrag in Form von Dokumentation und einer Beispielapplikation. Wie angenommen, kam ich mit einigen Subskribenten der Listen immer mehr ins Gespräch. Ich habe mich zurückgehalten und erst langsam durchblicken lassen, was ich beruflich tat. Immerhin konnte ja jeder an meiner Mailadresse sehen, bei welcher Firma ich arbeitete.

Bereits nach sehr kurzer Zeit kamen Anfragen. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, freute ich mich riesig. Ich verwies die Leute an mein Weblog, ich traf mich mit einem Typen sogar einmal auf ein Gespräch in einem Kaffeehaus in Wien. Er arbeitet bei einer großen Bank. Wir blieben länger in Kontakt. Ich schätze, es waren so zwei, drei Monate.

Mitten drinnen hatte ich dann wieder ein dringendes Projekt bei uns im Betrieb. Da ist die ganze Angelegenheit wieder ein wenig eingeschlafen. Gerade als dieses Projekt zu Ende ging, kam von diesem Mann eine Einladung zu einer Präsentation in seinem Unternehmen.

Ich freute mich und sagte zu. Und von diesem Tag an, nahmen die Dinge eine interessante Wendung. Ich dachte mir zu dem Zeitpunkt, als ich zu der Präsentation fuhr, nicht sonderlich viel. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um mich ein wenig in meiner interaktiven akustischen Visitenkarte zu üben und meinen Kontakt wieder zu treffen. Überrascht war ich dann, als mich ebendieser seinem Chef vorstellte und mich in den höchsten Tönen zu loben begann.

Um eine kurze Geschichte nicht allzu lange werden zu lassen. An diesem Abend wurde ich engagiert einen Workshop für eine kleine Abteilung zu halten. Ich konnte es kaum fassen. Ich hatte doch gar nichts dazu getan.«

»Echt beeindruckend.«

»Ja. Das war der beeindruckende Teil. Danach kam der Workshop und mein Niedergang.«

»Wieso?«

»Ich hatte einen Raum in der Bank zur Verfügung gestellt bekommen. Es waren 15 Entwickler anwesend und ich begann mit einem kurzen Vortrag. Schon nach zwei Sätzen wurde ich unterbrochen und mit Fragen bombardiert. Das brachte mich so aus dem Konzept, dass mir Herr Zenkoska, der mich eingeladen hatte, unterstützen musste.

Wir haben dann gemeinsam den Tag über die Bühne gebracht, er moderierend und ich in der Position der Antwortengeberin. Gut hat das nicht ausgesehen.«

»Wenn du es sagst. Aber bedenke, immerhin hast du einen Kunden gewonnen, du hast gesehen, dass deine Einschätzung des Marktes relevant ist und du hast gesehen, dass es hinter dem Horizont weiter geht.«

»Ja, das habe ich wohl.«

»Das Leben wäre zu einfach, wenn sich alle Dinge mit einer einzigen Anstrengung erschließen würden. Ich finde du hast Grund genug zu feiern.«

»Aber was mache ich mit meinen Präsentationen. Immerhin dachte ich ja, dass ich im Inszenieren etwas erreichen kann.«

»Deine Inszenierung scheint ja auch funktioniert zu haben. Jetzt liegt es an dir, deine Präsentation – oder vielleicht dich selbst – in den Griff zu bekommen.«

»Mhm.«

»Bevor wir mit euren Ergebnissen in die nächste Runde gehen, schlage ich vor, dass jeder sich aus dem bereits Gesagten für sich das herausholt, was er nächstes Jahr in Angriff nehmen will.

Mira, bei dir wird das ein passender Kurs zur Schaffung von Präsentationsfertigkeiten sein…«

  1. Das Forum Mozartplatz finden Sie in der Mozartgasse 4, A-1041 Wien und im Forum Mozartplatz.

  2. Innerhalb des Word-Wide-Web-Consortium (W3C) beschäftigt sich WAI Web Accessibility Initiative mit dem barrierefreien Zugang zum Internet und seinen Inhalten.
    Erklärtes Ziel des W3C ist es hierbei, das WWW möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Dazu gehören auch Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Im Rahmen der Web Accessibility Initiative (WAI) veröffentlichte das W3C daher bereits 1999 Standards für barrierefreies Webdesign. In den Web Content Accessibility Guidelines 1.0 (WCAG 1.0) werden sowohl Anforderungen an die Site-Programmierung als auch an Inhaltsarchitekturen, Layout-Grundlagen und Technologie-Verwendung gestellt.
    Insbesondere gelten die Richtlinien zur barrierefreien Seitengestaltung des W3C-WAI WCAG 1.0 als grundlegender Standard, auf dem viele weitergehende Richtlinien aufbauen, so zum Beispiel die Section 508 in den USA und die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) in Deutschland.