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Du siehst Dinge und fragst: „Warum?“ Ich aber träume von Dingen, die es nicht gibt und sage: „Warum nicht?“ George Bernard Shaw

Mira hatte das auf den Block folgende Wochenende in Zürich verbracht. Sie hatte sich ein günstiges Hotel direkt an der Limat genommen. Von dort aus konnte sie die Stadt zu Fuß erobern. Abends machte sie weite Spaziergänge in den Gässchen und Straßen und genoss das rege Nachtleben. Tagsüber lieh sie sich im Velogate beim Hauptbahnhof ein Fahrrad und fuhr damit quer durch die Stadt und am See entlang.

Ihre Gedanken drehten sich immer um die Inhalte, die wir im Training bearbeitet hatten. Ihr Notizbuch quoll über vor Beobachtungen und Bemerkungen. Mindestens dreimal täglich saß sie irgendwo in einem Café, um sich neue Ergebnisse ihrer Überlegungen schriftlich festzuhalten. Sie genoss die gute Verfügbarkeit von WLANs in der Innenstadt. Viele Kaffeehäuser verfügten über Internet-Zugänge und so konnte sie ihren Überlegungen handfeste Recherchen zugrunde legen.

Meiner Empfehlung folgend hatte sie sich in der Buchhandlung Füssli mit Steven Coveys, Der Weg zum Wesentlichen versorgt. Sie war noch nicht über den ersten Teil hinaus, da begann sie schon damit, sich einen ersten Plan für die kommende Woche zu erstellen.

Was sie im Augenblick am meisten motivierte, war die Arbeit an ihrem neuen Beruf Technology Evangelist. Für die ganze Woche war das daher auch ihre Rolle als entrepreneur1, mit der sie ihren Tag starten wollte. Diese Beschäftigung erfüllte sie mit Energie und Zufriedenheit. Wenn sie sich damit beschäftigen würde, bevor sie in ihre reguläre Arbeit ginge, würde der Tag für sie gerettet sein. Einzige Einbuße, sie wollte schon um vier Uhr morgens aufstehen, um nicht den Tagesablauf zu sehr aus den Fugen geraten zu lassen. Da sie ein Morgenmensch war, stellte das für sie keine wirklich große Herausforderung dar.

Die zweite Rolle in ihrem Tag würde die der Partnerin sein. Ihr Freund war zwar nicht gerade ein Frühaufsteher, aber sie genossen es immer wieder, gemeinsam beim Frühstück die Ereignisse des kommenden Tages zu skizzieren und über die Aussichtslosigkeit der österreichischen Politik zu sprechen.

Die dritte Rolle würde sie mit ihrer Arbeit in ihrer Firma füllen. Es war gut, zu den üblichen Arbeitszeiten erreichbar zu sein. Viele Kunden hatten Fragen, die es zu beantworten galt. Einige Projektmitarbeiter waren schon Eltern und hatten daher auch geregelte Arbeitszeiten. Außerdem war der Tag dann auch noch zu Zeiten beendet, zu denen man etwas anfangen konnte.

Nach ihrer Arbeit wollte Mira Zeit für sich selbst finden. Sie hatte ein Abo in einem Fitnessstudio gelöst und trainierte dort dreimal die Woche. Die restlichen zwei Tage wollte sie einfach durch die Innenstadt flanieren und die Seele in Kaffeehäusern oder Ausstellungen baumeln lassen.

Der Plan sah gut aus. Mira freute sich auf die kommende Woche.

  1. Der Entrepreneur, auf Deutsch Unternehmer, ist in der umgangssprachlichen Bedeutung des Begriffs der Inhaber (vergleiche Eigentümer) eines Unternehmens beziehungsweise eines Betriebes, den er selbstständig und eigenverantwortlich führt.