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Lesen macht vielseitig,
verhandeln geistesgegenwärtig,
schreiben genau.
Sir Francis von Verulam Bacon

Unter einem Artikel versteht man ein Schriftstück vom Umfang zwischen 1000 und 4000 Wörtern. Ein Artikel, auch Aufsatz oder Abhandlung, verfolgt primär die Aufgabe, Argumente seines Autors gezielt an seine Leserschaft zu artikulieren. Ein guter Artikel ist so strukturiert und aufgebaut, dass er seine Leserschaft vom Inhalt her überzeugt.

Im Allgemeinen fördert das Schreiben von Artikeln die Kunst des Argumentierens und Schlussfolgerns. Das ist der Hauptgrund dafür, warum er als erzieherisches Instrument an Universitäten eingesetzt werden sollte. Im Marketing dient ein Artikel als Instrument zur Differenzierung und Alleinstellung. Solche Aufsätze lassen sich mannigfaltig einsetzen, angefangen als Handouts bei Präsentationen bis hin zu kostenlosen Proben zum Herunterladen auf Websites.

Dieses Rezept legt Ihnen eine einfache Vorgehensweise nahe, mit der Sie es selbst sehr einfach schaffen werden, innerhalb kurzer Zeit – ich denke da an 60 bis 90 Minuten – zu einem überzeugenden Artikel zu kommen. Die einzige Voraussetzung, die Sie als Autor mitbringen sollten, ist kritisches Urteilsvermögen. Auch das ist eine Eigenschaft, die sich im Laufe der Zeit herausbilden und verfestigen kann.

Gute Argumente

Die Kunst, einen guten Artikel zu schreiben, besteht darin, gekonnt zu argumentieren. Auch wenn wir tagtäglich im beruflichen wie im privaten Kontext damit beschäftigt sind zu argumentieren, seien hier vier grundlegende Kriterien angeführt, nach denen man Argumente beurteilen kann.

Relevanz
Ein gutes Argument ist relevant. Ein relevantes Argument bezieht sich direkt auf den untersuchten Gegenstand. Es führt keine neuen Punkte ein, lenkt nicht vom Thema ab, beginnt nicht eine neue Frage aufzuwerfen, um damit das Argument zu begründen.
Kontext
Ein gutes Argument geht sorgsam mit dem Rahmen des in der Hypothese gesteckten Umfeldes um und erweitert ihn nur dort, wo es im Hinblick auf die Lösung notwendig ist.
Aufbereitung
Ein gutes Argument ist didaktisch korrekt aufbereitet. Es baut sich geordnet und für den Leser nachvollziehbar Schritt für Schritt auf.
Klarheit
Ein gutes Argument ist präzise und klar formuliert. Wenn Argumente ihre intendierte Wirkung erzielen sollen, müssen sie fokussiert angewendet werden. Sie dürfen den Leser nicht verwirren oder auf Abwege bringen.

Vorbereitung

Betrachten Sie Ihren Artikel weniger als Selbstverwirklichung, sondern vielmehr als einen Versuch, Ihre Leserschaft von einer bestimmten Sichtweise, nämlich der Ihren, zu überzeugen. Aus diesem Grund müssen Sie zuerst damit beginnen, sich zu überlegen, für wen Sie Ihr Werk zu schreiben gedenken.

Als Nächstes überlegen Sie sich, welchen Nutzen Ihr Artikel Ihrem Publikum bringen wird. Seien Sie spezifisch und listen Sie die einzelnen Punkte auf. Versuchen Sie herauszufinden, welche Person aus Ihrem Adressbuch faktisch von Ihrem Artikel profitieren könnte. Sie erhöhen dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Artikel Leser finden wird.

Danach sollten Sie unbedingt daran gehen, eine passende Überschrift zu kreieren. Nähere Hinweise dazu finden Sie im Textteil im Kapitel punkten Sie mit Persönlichkeit.

Nachdem Sie eine ziehende Überschrift gefunden haben, beginnen Sie damit, Ihre Arbeitshypothese zu formulieren. Keine Angst, das ist nichts endgültiges. Es handelt sich eher um eine Art Momentaufnahme Ihrer Position zur mit der Überschrift vorgegebenen Ausrichtung. Wie kommen Sie zu einer These? Am einfachsten, indem Sie in einem weiteren Schritt aus Ihrer Überschrift eine Frage generieren. Eine Möglichkeit für die von Mira im oben genannten Kapitel gefundene Überschrift würde etwa lauten: Können Sie erläutern, wie ein Team von 15 Entwicklern 28 Prozent seiner produktiven Zeit durch Optimierung der Open Source Kommunikationsstrategien einsparen könnte? Können Sie begründen, warum das funktioniert? Skizzieren Sie in drei groben Punkten, wie ein Team dorthin kommen könnte.

Fragen regen unsere Gedanken eher an als Aussagen und bringen oft unbekannte und ungeahnte Fakten auf den Tisch. Gehen Sie bei der Formulierung der Frage sehr gewissenhaft vor. Sie bestimmt, wie die Antworten ausfallen werden.

In einem nächsten Schritt klären Sie, ob und welche Literatur Sie für Ihren Artikel verwenden wollen. Vergessen Sie aber nicht, wir befinden uns im Kontext Marketing. Es ist also weniger wichtig, 100 Referenzen auf die Fachliteratur bereitzustellen, als vielmehr von echten Ergebnissen und den aufregenden Wegen dorthin zu erzählen. Natürlich wird das eine oder andere Zitat Ihrem Artikel die nötige Würze verleihen und Ihrer Seriosität das i-Tüpfelchen aufsetzen.

Während Sie die Literatur sichten, machen Sie sich immer wieder Notizen, die in Bezug zu Ihrer schriftlich notierten These stehen. Wenn sich die Notwendigkeit ergibt, Ihre Hypothese anzupassen, ist jetzt der geeignete Augenblick. Während des gesamten Recherchevorgangs legen Sie sich auch geeignete Beispiele aus Ihrer gelebten beruflichen Praxis bereit.

Das Rezept

Wenn Sie sich jetzt hinsetzen und zu schreiben beginnen, machen Sie zuvor noch etwas ganz Wichtiges: Geben Sie Ihrem inneren Perfektionisten für die Dauer Ihrer Betätigung frei! Ihr Artikel wird Ihnen nicht von Gott diktiert, wie Moses die zehn Gebote, sondern von Ihnen kreiert. Ich glaube, es war Stefan Zweig, der in seiner Autobiographie Die Welt von Gestern, davon erzählte, dass das erste Schreiben für ihn ein schwungvoller, lustbetonter Vorgang gewesen sei und dass danach erst die eigentliche Arbeit des Editierens begann.

Damit Sie nicht mit einem leeren Blatt beginnen müssen, folgt eine allgemeine Gliederung, Ihr geheimer Plan, nach dem Sie jeden Artikel verfassen können.

Zusammenfassung

Die Rohfassung eines Artikels kann in sehr kurzer Zeit verfasst werden. Mit ein wenig Überarbeitung haben Sie nach einigen Tagen eine herzeigbare Version erstellt, mit der Sie an die Öffentlichkeit gehen können. Artikel, die in Zeitschriften und im Internet veröffentlicht werden, unterstreichen Ihre Kompetenz und erhöhen Ihre Seriosität.

Call 2 Action

Niemand wird mit der Gabe geboren, gute Artikel zu schreiben . Vielmehr ist es eine Frage der Bemühung und der ständigen Verbesserung, den Punkt zu erreichen, an dem man als passabler Schreiber wahrgenommen wird. Das Schreiben ist wie das Auftreten, es entsteht jedes Mal von Neuem, das Wort Status ist einem Autor fern.

Aber seien Sie versichert, wenn Sie die einfachen Anweisungen aus diesem Rezept befolgen und sich hinsetzen und das tun, was relativ wenige Dienstleister in Ihrer Umgebung tun, dann werden Sie bald Fortschritte bemerken, nicht nur in Ihrer Fähigkeit zu schreiben, sondern auch in Ihrer beruflichen Tätigkeit.

Wieder ein Rezept für: have fun!