Book of Eli

Das schnelle Geld versus

Nachhaltige Kundengewinnung über das Internet

Sobald wir den Verkaufsprozess auf das Internet ausweiten, begeben wir uns in die Domäne des Onlinemarketings und damit betreten wir verbrannte Erde – das Vertrauen ist erschüttert.

Vorsicht ist geboten!

Onlinemarketing hat eine Vorgeschichte, die wir nicht ignorieren können. Sie birgt destruktives Potenzial.

Enorm destruktives Potenzial.

Dieses gilt es vorab zu neutralisieren.

Das Kernproblem. Der Mensch, in all seiner Klugheit, seiner Findigkeit, seinem Wissen, mit seinen oft erstaunlichen Fähigkeiten und noch erstaunlicheren Erkenntnissen, lebt sein Leben im Stammhirn.

Am Ende des Tages sind wir unseren Emotionen und Trieben ausgeliefert.

Das hat Vorteile. Nur so konnten wir es soweit bringen.

Aber es treibt auch bunte Blüten.

Das schnelle Geld

In einem Jahr eine Million“, „Kunden auf Knopfdruck“, „Ein Cent pro Klick“, Tools zum Umleiten von Traffic, Strohfeuertaktiken, Marketing-Gurus soweit das Auge sehen kann, magische Elemente, usw., usf.

Wir kennen das.

Wir haben es miterlebt.

Viele von uns haben den Hype mitfinanziert.

Die meisten von uns sind auf die Versprechen hereingefallen.

Die Formel war zu verlockend. Wir konnten nicht widerstehen.

Im Grunde war es eine endlose Permutation von: „Kaufen Sie SOFORT dieses Produkt und Sie werden REICH -- hier klicken! --“

Im Onlinemarketing geht es, mehr als in der realen Welt, um die richtige Geisteshaltung.

Wird unsere Haltung korrumpiert, macht es keinen Unterschied mehr, worüber wir im Weiteren reden. Wir werden langfristig keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen.

Schauen wir uns folgendes Diagramm an.

Prozessdiagramm: Korrumpiertes Denken im Onlinemarketing
Michael Gerzabek
Prozessdiagramm: Korrumpiertes Denken im Onlinemarketing

…Sie verstehen, was ich meine?

Die falsche Einstellung von Anfang an.

Das magische Produkt kaufen… man erkennt es am Namen. Der ist leider für gewöhnlich schon das ganze Programm.

geregelt bekommen das nicht einmal 10% der Leute.

90% aller Unternehmer, die Online verkaufen wollen, verheddern sich und gleiten in eine teuflische Abwärtsspirale.

Sie kaufen, beginnen Inhalte zu konsumieren und machen… Nichts! Nada. Nothing. Niente.

Und schon geht’s weiter mit dem nächsten, vielversprechenden Guru-Produkt.

Der Teufelskreis beginnt von vorne.

Vielleicht 10% machen wirklich etwas. Und auch wenn das Produkt nur eine kurzlebige Taktik beschreibt, man kann damit echte Ergebnisse erzielen.

Man kann damit Kunden gewinnen.

Man kann damit Umsatz generieren.

Auch wenn es nichts Langfristiges ist, man kann dabei etwas lernen.

Zehn Prozent.

Früher oder später kommt es zu einer Abweichung von der Vorlage.

Eine Schwierigkeit taucht auf.

Etwas Unvorhergesehenes tritt ein.

Habe auf Facebook Werbung geschalten – hat nichts gebracht…

Das wäre der geeignete Punkt sein Hirn zu benutzen. Man hat erste Erfahrungen gemacht. Jetzt gilt es, damit umgehen lernen.

Passiert das?

Nein.

Es ist zu leicht, die Verantwortung abzuschieben, seine Erfahrungen zu ignorieren und in das nächste magische Produkt zu investieren.

Es ist zu leicht, sich zum x-ten Mal in dieselbe Schlange einzureihen und mit dem nächsten Kauf erst einmal den unruhiger werdenden Frontallappen stillzulegen.

»Vielen Dank für’s Mitspielen – der nächste Bitte!«

Ja!

In aller gebotenen Deutlichkeit: Vor 5 Jahren konnte man mit einfachen Taktiken, auf Knopfdruck – der „Hier kaufen!“-Button – unglaubliche Umsätze generieren.

Diese Zeiten sind vorbei.

Das ist gut so.

Onlinemarketing ist Erwachsen geworden.

Willkommen in der Gegenwart!

Kundengewinnung im Internet
—Ein Change-Prozess

Wenden wir uns noch einmal obigem Diagramm zu und zerlegen es in seine Bestandteile.

Wer ist das handelnde Subjekt in dieser Darstellung?

Es sind die Marketing-Gurus.

Wie wird man Marketing-Guru?

Ganz einfach, man protzt mit sagenhaften Umsätzen, einer Marketingdatenbank mit sechs- oder gar siebenstelliger Kontaktzahl, einem kurzen Video mit einem Ferrari, usw.

Man sucht sich die besten Kundenstimmen heraus, schönt sie eventuell zwecks besserer Lesbarkeit noch ein wenig.

Diese Daten klatscht man auf seine Homepage und lässt sich über einschlägige Affiliatenetzwerke - der Umsatzturbo - vermarkten.

Da bekommt das grammatikalische Wort Subjekt gleich einen Schimmer seiner Nebenbedeutung…

Was machen Gurus?

Viele erstellen Infoprodukte von ausgesprochen fragwürdiger Qualität.

Frei nach dem Motto „Der Empfänger bestimmt den Inhalt einer Botschaft“ werfen sie diese Produkte auf den Markt.

Sie bringen sie online an den Mann. (Ja, verkaufen können sie!)

Die Story läuft dabei immer gleich: »Ich habe mit diesem Produkt <ERGEBNIS> (z.B. 100.000 Leads, 50.000 Euro, etc.) in <ZEIT> (z.B. einer Woche) generiert. Jetzt will ich es mit der Welt teilen.«

Dabei kennzeichnet Einfachheit das Produkt und dessen Qualität leitet sich von der raschen Umsetzungszeit ab.

»Unternehmer haben wenig Zeit, es muss schnell gehen.«

Der Guru – unser Held.

Sein Produkt – unsere Landkarte.

Diagramm: Geisteshaltung hinter korrumpierter Denkweise
Michael Gerzabek
Diagramm: Geisteshaltung hinter korrumpierter Denkweise

Das entwickelt Zugkraft.

Das kann ich auch!“, dachte ich mir…

und wurde zum Opfer.

Aber ich bin nicht allein.

Womit wir bei unserer Rolle in obigem Diagramm ankommen.

Wir als Konsumenten sind nachgereiht. Wir sind die Empfänger einer sehr oft fragwürdigen Leistung. (Von Support wollen wir gar nicht erst anfangen…)

Selbst wenn wir handeln, agieren wir in einer Scheinwelt.

Wir substituieren den Erfolg der Gurus durch unsere Wünsche und unternehmerischen Ziele.

Wir nähren unsere Hoffnungen und halten uns dabei noch für besonders clever.

Was soll ich lange herumfackeln. Ich kaufe mir die Lösung ein!

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Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kein Wunder also, wenn wir aus dem Konzept gebracht werden, sobald unsere Ergebnisse nicht mit denen unserer Vorbilder übereinstimmen…

pointieren wir ruhig die Formulierung: Wenn wir nicht die Ergebnisse erhalten, die uns von den Gurus versprochen wurden.

Langsam dämmert es uns…

Lernen bedeutet Veränderung.

Nur… Veränderung auf Knopfdruck gibt es nicht. Oder wie Steve de Shazer es formuliert hat, „Veränderung passiert im Augenblick – wenn sie geeignet vorbereitet wurde.“

Den Nachsatz ignorieren wir nur zu gerne.

Diagramm: Klarer Blick auf die Realität
Michael Gerzabek
Diagramm: Klarer Blick auf die Realität

Sie wissen es und ich weiß es.

Alle Erfolge, die wir in der Vergangenheit erreicht haben, schulden wir einer entsprechend großen Anstrengung.

Der Weg zum Ziel verläuft dabei weder geradlinig noch über eine breite Autobahn.

Immer wenn es zu einfach geht, befinden wir uns bereits wieder im Fahrwasser des Mainstreams; auf dem Weg in die Mittelmäßigkeit.

Dort finden wir unsere Kunden nicht.

Dort haben bereits die, die vor uns gekommen sind, ihre Kunden gefunden.

Klavierspielen lernt man nicht an einem Tag. Ebensowenig das Verkaufen online. Es erfordert Vorbereitung, Lernen, Reflexion und… Kilometer.

Es dauert seine Zeit, bis wir den richtigen Ton anschlagen und Resonanz erzeugen.

Je eher wir erkennen, dass es um Veränderung geht, desto eher können wir weitergehen und echte Ergebnisse erzielen.

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